[ Thema: Longstay ]

Forensik aktuell

Ausgewählte Medienberichte zu den Themen Forensische Psychiatrie, Maßregelvollzug, Klinikneubauten usw.

Hinweis: Manche der ausgewerteten Zeitungen stellen nach einiger Zeit ihre im Internet veröffentlichten Artikel in ein Archiv ein oder löschen sie ganz. Es kann daher vorkommen, dass manche Links ins Leere gehen. In einem solchen Fall bitten wir Sie um eine entsprechende Mitteilung an uns. → AK Forensik

Main-Post, 6. Feb. 2009

Lohr (BY): Weitere Longstay-Plätze

Ohne Gegenstimme gab der Bau- und Umweltausschuss des Bezirks Unterfranken grünes Licht, 15 000 Euro für die Schaffung von fünf zusätzlichen Plätzen für psychisch kranke Langzeitpatienten im Kilian-Hofmann-Haus der Lohrer Klinik sowie von 14 neuen Übergangsplätzen im Haus 8 zur Verfügung zu stellen. Das Geld war bereits im Haushalt bereit gestellt worden, aber bisher mit einem Sperrvermerk versehen. Mit den 15 000 Euro soll eine weitere "Machbarkeitsstudie" erstellt werden, erklärte Schäfer. Insgesamt stünden in Lohr nach der Verwirklichung des Projekts 25 Plätze für Langzeitpatienten sowie 14 Übergangsplätze bereit.
Der Referatsleiter machte den Ausschuss darauf aufmerksam, dass zum Gesamtkonzept auch das Johanna-Kirchner-Haus der Arbeiterwohlfahrt in Marktbreit gehöre. Die hier vorhandenen 30 Plätze in der Übergangseinrichtung blieben erhalten. Es sei jedoch geplant, einen Bereich für 18 Langzeitpatienten aufzubauen. Sowohl mit den Veränderungen in Lohr als auch mit denen in Marktbreit müsse sich noch der Sozialausschuss des Bezirks beschäftigen. [mehr …]

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Trouw (NL), 18. Juli 2008

Nimwegen (NL): Fast 50 Jahre hinter Gittern

[Übersetzung: K.M.] Der am längsten einsitzende Maßregelvollzugspatient der Niederlande bleibt noch mindestens ein Jahr in der so genannten Longstay-Abteilung der Pompe-Klinik in Nimwegen. Die Maßregel gegen Theo H. wurde am Donnerstag durch das Gericht in Den Bosch erneut um ein Jahr verlängert. Der 65-jährige Theo H. befindet sich seit 1960 im Maßregelvollzug (nld.: TBS).
H. wurde [17-jährig!; K.M.] wegen Unzucht mit Minderjährigen veurteilt. Nach Auffassung des Gerichts ist die Persönlichkeitsstörung des Mannes noch unvermindert vorhanden. Ohne Aufsicht erachtet das Gericht die Gefahr, dass der Mann erneut straffällig wird, als groß. Die Unterbringung im Maßregelvollzug wurde im vorigen Jahr bereits um ein Jahr verlängert. [mehr …]

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Trouw (NL), 5. Juli 2008

Niederlande: Rechtsanwälte kritisieren Longstay

[Übersetzung: K.M.] Rechtsanwälte raten Klienten, die für den Maßregelvollzug [NL: TBS] in Frage kommen, an der psychiatrischen Untersuchung nicht mitzuwirken. "Wenn sie sich verweigern, werden sie fast nie in den Maßregelvollzug eingewiesen", sagt Strafverteidiger Job Knoester, der mehr als 60 TBS-Patienten betreut. Nach Aussage der Anwälte werden die TBS-Kliniken dafür benutzt, Patienten weg zu schließen, statt sie zu behandeln. "Es gibt kaum eine Behandlung und das Personal ist unerfahren", sagt Lucy Oldenburg, die 70 TBS-Patienten in ihrer Kartei hat. […]
Die Anwälte üben vor allem Kritik an den Longstay-Abteilungen der TBS-Kliniken. Diese sind bestimmt für schwere Fälle, bei denen das Gericht mehr Zeit braucht, um entscheiden zu können, ob die Personen in die Gesellschaft zurückkehren können. Aufgrund der fehlenden Behandlung muss das Gericht häufig beschließen, dass der Klient dafür noch nicht bereit ist. "Das führt viel zu leicht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe, ohne dass dem ein ordentliches Rechtsverfahren vorausgegangen wäre", sagt Knoester. [mehr …]

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Münsterländische Volkszeitung, 15. Feb. 2007

Rheine (NW): Bleibt die Forensik – als Longstay?

Rheine. Wird aus der Übergangsforensik eine dauerhafte Einrichtung? Bürgermeisterin Angelika Kordfelder und NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann haben in ersten Gesprächen erörtert, ob die Klinik auch über das Jahr 2010 hinaus in Rheine betrieben werden könnte.
Als Hilferuf des Landes, bezeichnete die Bürgermeisterin gestern in einem Pressegespräch einen Brief von Laumann, datiert vom 12. Januar 2007. Das Land benötige nach wie vor dringend weitere Unterbringungsmöglichkeiten für forensische Patienten, sagte Kordfelder. Allerdings habe Laumann auch signalisiert, dass das Land sich auf jeden Fall vertragstreu verhalten wird: Es wird keine Zwangslösung geben. Das bedeutet, dass der Landschaftsverband Westfalen-Lippe die Übergangsklinik in Bentlage Ende 2011 räumen wird, wenn die Stadt Rheine einer Verlängerung nicht zustimmt. [mehr …]
→ Weitere Artikel:
[Der Vertrag gilt]
[Forensik: Offenheit gefragt – Münstersche Zeitung, 16.02.]
[Noch fehlen Antworten – Münstersche Zeitung, 16.02.]
[ Wir stehen bei den Bürgern im Wort – Münsterländ. Zeitung, 16.02.]

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Volksstimme Magdeburg, 10. Feb. 2007

Möckern (ST): Petition von Longstay-Patienten

Möckern-Lochow. In der Außenstelle des Maßregelvollzugs Uchtspringe in Möckern-Lochow (Jerichower Land), einer Hochsicherheitsklinik für psychisch kranke Straftäter, haben sich acht Eingewiesene ans Sozialministerium gewandt und zudem ein Schreiben an den Petitionsausschuss des Landtags aufgesetzt. Darin wollen sie auf die aus ihrer Sicht kritikwürdigen Zustände hinweisen.
Seit einem Dreivierteljahr entlastet die Hochsicherheitsklinik bei Möckern das Mutterhaus in Uchtspringe (Kreis Stendal) und therapiert "Problemfälle" ohne Lockerungsstufe.
Die Liste der Vorhaltungen der acht Insassen ist lang: zu wenig Therapie, keine Gruppengespräche, keine Trennung auf den Stationen nach Deliktgruppen, kein Sexualtherapeut, verbale Übergriffe vom Pflegepersonal. Auf einen Nenner gebracht beklagen sie ihr immer stärker werdendes Gefühl, in eine Endstation abgeschoben worden zu sein. [mehr …]

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Kölner Stadtanzeiger, 31. Mai 2006

NW: SPD kritisiert Forensik-Kürzungen

Düsseldorf – Die SPD-Opposition im Düsseldorfer Landtag schlägt Alarm: Durch Personalabbau in den forensischen Kliniken drohe Gefahr für die Bevölkerung. Die sieben bestehenden Einrichtungen – darunter die Kliniken in Düren und Langenfeld – seien bereits jetzt mit psychisch kranken Straftätern überbelegt, erklärte die frühere Gesundheitsministerin Birgit Fischer (SPD). […]
Fischer wirft ihrem Amtsnachfolger Karl-Josef Laumann (CDU) vor, er trage zur Entstehung bedrohlicher Situationen in den Landeskliniken bei, wenn es bei der angekündigten Sparpolitik in diesem Bereich bleibe. Der Minister wolle den Rotstift bei den Betriebsmitteln ansetzen. Dieser Etatbereich betreffe zu 70 % Personalkosten. Bereits 2006 sei der Ansatz um 16 Mio. Euro gekürzt worden. […]
Gesundheitsminister Laumann hielt der SPD vor, sie betreibe "mit den Ängsten der Bevölkerung und Mitarbeiter Politik". Um Einsparungen in der Forensik zu erreichen, gebe es drei Instrumente, über die fachliche Übereinstimmung mit dem Landesbeauftragten für den Maßregelvollzug und mit den Landschaftsverbänden bestehe: Durch einen verstärkten Nachteinschluss könne gespart werden; die Sicherheit werde dadurch sogar erhöht. Außerdem müssten mehr Langzeiteinrichtungen für nicht therapiefähige Patienten geschaffen werden. Und schließlich könne durch eine Umkehr der Vollstreckungsreihenfolge bei suchtkranken Straftätern – also erst Gefängnis und dann Forensik – gespart werden. [vollständig …]
→ Weiterer Artikel:
[Entlassungen in Forensik befürchtet – 1.6.]

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Die Tageszeitung, NRW, 15. Mai 2006

Aachen (NW): Kritik an Longstay-Stationen

Der Bundesverband "Pädagogik in der Forensik" warnt vor einem Paradigmenwechsel im Maßregelvollzug in den forensischen Kliniken. Man befürchte, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes, Florian Johanning, dass in Nordrhein-Westfalen in allen speziell gesicherten Psychiatrien "Longstay-Stationen" eingerichtet werden. In diesen sollten als nicht therapierbar eingestufte Patienten weniger betreut werden als andere Insassen.
Gesetzlich vorgegebenes Ziel der Inhaftierung von psychisch oder suchtkranken Straftätern ist es, diese wieder in die Gesellschaft zu integrieren. In den "Longstay-Stationen" – derzeit laufen Pilotprojekte in den Forensiken in Düren und Lippstadt-Eickelborn – werde der "Gedanke der Resozialisierung zurückgenommen", sagte Johanning. In diesen Einrichtungen sollten Patienten mit "geringem Behandlungsbedarf" nur noch verwahrt werden. Pädagogikprogramme, die neben Allgemeinwissen auch lebenspraktische und soziale Kompetenz vermittelten, drohten abgebaut zu werden, warnte Johanning in Aachen am Rande der 14. Bundesfachtagung der PädagogInnen in der Forensischen Psychiatrie. [mehr …]
→ Weiterer Artikel:
[Neue Konzepte und alte Probleme – Die Tageszeitung]

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Hamburger Abendblatt, 6. Juni 2005

Hamburg: Longstay-Station in Ochsenzoll

Psychiatrie: Was tun mit rückfälligen Sextätern? Für immer wegschließen? In Ochsenzoll gibt es seit einem Jahr eine spezielle Abteilung für Menschen, die keine Aussicht auf Entlassung haben.
Hamburg – Sind es die Augen? Die fliehende Stirn? Die "gewaltige Entwicklung der Kiefer und Jochbögen", die "Gleichgültigkeit gegen Verletzungen"? Woran erkennt man einen Verbrecher? 1876 stellte der Veroneser Arzt Cesare Lombroso die These auf, wonach man es an bestimmten Merkmalen feststellen kann. Sie war gewagt, umstritten und schnell überholt. Ansehen kann man Verbrechern ihre üblen Machenschaften nicht, und auch ein psychiatrisches "Hineinsehen" gibt nicht immer Aufschluß. Sonst wäre es einfach. Man könnte die Leiden und Qualen der Opfer verhindern und die als Täter Vorherbestimmten "wegsperren", so wie es Bundeskanzler Gerhard Schröder für Sexualstraftäter schon lange fordert. [mehr …]

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Berliner Zeitung, 21. Jan. 2005

Veldzicht (NL): Lebenslänglich, aber ohne Gitter

Hank Jannsen ist ein hoch gewachsener Mann von 46 Jahren. Fast sein halbes Leben hat er hinter verriegelten Türen verbracht, in Haftanstalten und Maßregelvollzugskliniken. Seit fünf Jahren sieht er die Welt wenigstens nicht mehr durch Gitterstäbe. Die Fenster in der Longstay-Abteilung haben keine Gitter. Hier, in einer Spezialabteilung der Forensischen Klinik Veldzicht bei Zwolle nahe der deutsch-niederländischen Grenze, leben Mörder, Vergewaltiger, Kindesmissbraucher — also Männer, die für die Öffentlichkeit tickende Zeitbomben sind.
Hank Jannsen ist wegen mehrfacher versuchter sexueller Nötigung vorbestraft. Für die letzte Tat bekam er vier Monate Freiheitsentzug. Nach Verbüßung seiner Haftstrafe wurde er jedoch nicht wieder in die Freiheit entlassen, sondern in eine Maßregelvollzugsklinik verlegt. Dorthin kommen Menschen, die eine schwere Straftat begangen haben und psychisch gestört sind. Bei Hank Jannsen hatten die Ärzte eine schwere Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Hinzu kam die hohe Wiederholungsgefahr. Das war vor zwanzig Jahren. [mehr …]

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Norddeutscher Rundfunk, 10. Jan. 2005

NRW: Langzeit oder lebenslänglich?

Einfach wegsperren? Dieser Vorschlag taucht immer wieder auf, wenn gemeldet wird, dass ein verurteilter Schwerverbrecher nach seiner Haftentlassung oder bei einem genehmigten Ausgang wieder straffällig geworden ist. Gerade bei Sexualstraftätern wird häufig Unterbringung im sogenannten Maßregelvollzug angeordnet, um die Öffentlichkeit dauerhaft vor ihnen zu schützen.
Dabei gibt es andere Möglichkeiten, mit Straftätern umzugehen. In den Niederlanden beispielsweise werden rückfallgefährdete Gewaltverbrecher in besonderen Einrichtungen untergebracht — unter humanen Bedingungen, da die Aussicht auf Entlassung verschwindend gering ist. Als erstes Bundesland hat jetzt Nordrhein-Westfalen ähnliche Kliniken eingerichtet, zunächst als Pilotprojekt. [mehr …]

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