[ Thema: Nachsorge ]

Forensik aktuell

Ausgewählte Medienberichte zu den Themen Forensische Psychiatrie, Maßregelvollzug, Klinikneubauten usw.

Hinweis: Manche der ausgewerteten Zeitungen stellen nach einiger Zeit ihre im Internet veröffentlichten Artikel in ein Archiv ein oder löschen sie ganz. Es kann daher vorkommen, dass manche Links ins Leere gehen. In einem solchen Fall bitten wir Sie um eine entsprechende Mitteilung an uns. → AK Forensik

SWR, 11. Nov. 2008

Karlsruhe (BW): Forensische Ambulanz eröffnet

Mit einem Therapieangebot für Gewalt- und Sexualverbrecher auch nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis geht Karlsruhe neue Wege bei der Behandlung von Straftätern. Dort wurde ein ambulantes Behandlungsprogramm für gefährliche Straftäter eröffnet.
Dies sei ein entscheidender Beitrag zu mehr Sicherheit, sagte Justizminister Ulrich Goll (FDP) am Dienstag. "Therapie ist Opferschutz." Therapie senke das Rückfallrisiko und bedeute damit auch Schutz für die Gesellschaft.
[…] Die neue Ambulanz ist für Straftäter mit einer positiven Prognose, die kurz vor ihrer Entlassung aus dem Gefängnis stehen oder schon entlassen wurden. [mehr …]
→ Weitere Meldungen:
[Sozialtherapie im Vollzug – Cop2Cop.de]
[Mehr Sicherheit vor Sexualstraftätern – Heilbronner Stimme]
[Behandlung gefährlicher Sexualstraftäter – ka-news.de, 12.11.]

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HalleForum.de, 1. Okt. 2008

Halle/S. (ST): Demo gegen forensische Ambulanz

Am Mittwoch wurde im Roten Ochsen in Halle (Saale) eine forensische Ambulanz eröffnet. Acht Personen aus dem rechten Umfeld, darunter zwei Frauen, haben nach Angaben der Polizei am Vormittag dagegen protestiert. In Begleitung befanden sich außerdem zwei Kleinkinder.
Das Land Sachsen-Anhalt will mit der Ambulanz die psychiatrische und soziale Betreuung von entlassenen Strafgefangenen und ehemaligen Patienten des Maßregelvollzugs verbessern. Der Soziale Dienst der Justiz, Psychiater und Psychologen arbeiten in der FORENSA künftig zusammen.
Betreuen wird die Ambulanz jeweils 40 Klienten, die vorrangig zuhause aufgesucht werden. Durch eine medizinische Nachbetreuung und die soziale Begleitung soll die Gefahr einer Rückfälligkeit vor allem von Sexualstraftätern reduziert werden. [Original]
→ Frühere Meldung:
[Forensische Ambulanz öffnet – 17.09.]

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Dorfener Anzeiger, 26. Sept. 2008

Taufkirchen (BY): Kritik an Kostenschieberei

Taufkirchen – Der Ärztliche Direktor des Isar-Amper-Klinikums Taufkirchen, Professor Matthias Dose, kritisiert, dass die Finanzierung der Therapien an der medizinischen und sozialpolitischen Logik vorbei geht. […]
Der Nachteil der dualen Finanzierung prägt sich laut Dose auch in der Forensik aus. Wenn Patientinnen aus der Forensik entlassen werden, müssen sie sich gemäß der Bewährungsauflage weiterhin fachärztlich betreuen lassen. Dose erscheint es sinnvoll, dass die ehemaligen Patienten der Klinik dafür wieder von ihren bekannten Betreuern behandelt werden. Doch das zahlen die Krankenkassen nicht, weil diese Arztbesuche nicht medizinisch begründet, sondern im Sinne der öffentlichen Ordnung seien.
Auch der Landkreis versuche, bei diesen Frauen einzusparen. Frisch entlassenene Forensik-Patientinnen stehen nämlich Mittel der Sozialhilfe zu, wenn sie sich eine Wohnung suchen, um dort "probezuwohnen" und sich nach und nach wieder in der Gesellschaft einzuleben. Das Landratsamt hatte dafür plädiert, für diese Übergangszeit nur eine Pension oder ein möbliertes Zimmer zur Verfügung zu stellen. "Aber das ist inhaltlich ein Schmarrn", schimpft Dose. "Es gibt immer Möglichkeiten, einzusparen. Aber langfristig hat doch die Gesellschaft einen größeren Nutzen daran, wenn Forensik-Patienten wieder ruhig zurückgeführt werden." [mehr …]

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Volksstimme Magdeburg, 23. Sept. 2008

Magdeburg (ST): Hearing zu Forensikambulanz

Magdeburg. Wenn Justizministerin Angela Kolb morgen im Ratssaal zur Begrüßung ans Mikrofon tritt, wird sie nicht nur die Ausschussmitglieder und Stadträte begrüßen, sondern möglicherweise auch gut gefüllte Zuschauerränge vorfinden. Das jedenfalls hoffen die Mitglieder der Bürgerinitiative vom Werder. "Wir wünschen uns natürlich, dass so viele Zuhörer wie möglich an diesem Expertenhearing im Rathaus teilnehmen", sagt Ingo Klingelheller von der Initiative. Klingelheller und seine Mitstreiter, zum größten Teil Familien mit Kindern, kämpfen seit März dieses Jahres gegen die "Forensa", eine Forensische Ambulanz, die in der Mittelstraße auf dem Werder vom Justizministerium eingerichtet wurde. Die Forensa betreut Haftentlassene, für die nach Verbüßung ihrer Strafen eine so genannte Führungsaufsicht angeordnet wurde. Gewaltverbrecher und Sexualstraftäter sind darunter, die im Rahmen ihrer Resozialisierung weiterhin psychologisch betreut werden müssen. Im Mai hat die Forensa auf dem Werder ihre Arbeit aufgenommen. Die Eltern fürchten seitdem um die Sicherheit ihrer Kinder. [mehr …]
→ Weiterer Artikel:
[Forensa-Chef: Keine Klientenbesuche in der Mittelstraße – 25.09.]
→ Frühere Meldung:
[Magdeburg: Forensische Ambulanz eröffnet – 03.06.2008]

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Berliner Umschau, 19. Sept. 2008

Berlin: Klage gegen Wohnheim gescheitert

Die sozialtherapeutische Einrichtung zur Therapie psychisch kranker Straftäter in Berlin-Lankwitz kann planmäßig mit dem Betrieb beginnen. Dies ist die Folge eines Beschlusses der 13. Kammer des Verwaltungsgerichts Berlin, mit dem ein Eilantrag von Nachbarn gegen die dem Betreiber des Vorhabens erteilte Baugenehmigung zurückgewiesen worden ist.
Der Betreiber hatte im März 2007 für das Projekt, in dem 45 Plätze für Straftäter aus dem Maßregelvollzug vorgesehen sind, eine Baugenehmigung beantragt; diese war zunächst vom Bezirksamt Zehlendorf-Steglitz von Berlin abgelehnt worden. Erst die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte die Genehmigung auf den Widerspruch des Betreibers hin im August 2008 erteilt. Nachbarn hatten gegen die Genehmigung der Einrichtung insbesondere vorgebracht, die geplante Einrichtung könne in einem allgemeinen Wohngebiet auch im Wege einer planungsrechtlichen Befreiung nicht genehmigt werden, da von den dort unterzubringenden Personen eine Gefahr für die Nachbarschaft ausgehe. [mehr …]
→ Weitere Meldungen:
[Wohnprojekt für psychisch kranke Straftäter – Berliner Morgenpost]
[Wohnprojekt für Straftäter vor Beginn – Der Tagesspiegel]
→ Frühere Meldung:
[Berlin: Klage gegen Forensik-Wohnheim – 17.07.2008]

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Mitteldeutsche Zeitung, 17. Sept. 2008

Halle/S. (ST): Forensische Ambulanz öffnet

Halle/Magdeburg. In Halle wird am 1. Oktober die landesweit zweite Einrichtung zur Betreuung entlassener Strafgefangener eröffnet, insbesondere von Sexualstraftätern. Mit der psychiatrischen und sozialen Begleitung soll die Gefahr verringert werden, dass Menschen nach der Haftentlassung wieder straffällig werden. Die Betreuung wird in einer neuen forensischen Ambulanz organisiert, die im Gefängnis Roter Ochse angesiedelt ist, wie das Justizministerium in Magdeburg mitteilte. [mehr …]
→ Weitere Meldungen:
[Sexualstraftäter-Ambulanz in Halle – HalleForum.de]
[Ambulanz für entlassene Straftäter öffnet in Halle – MDR]
[Ambulanz als Knotenpunkt – Mitteldeutsche Zeitung, 18.09.]
[Vor Rückfalltätern schützen – Volksstimme Magdeburg, 18.09.]
→ Frühere Meldung:
[Forensische Ambulanz in Halle – 02.06.2008]

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BILD, 17. Juli 2008

Berlin: Klage gegen Forensik-Wohnheim

Studienrat Jörg Weidlich (52) steht vor einem sonnengelben Gebäude an der Leonorenstraße (Lankwitz). Er lebt mit seinen Kindern in der Nachbarschaft. Ab Herbst sollen hier 45 psychisch kranke Straftäter wohnen. Dagegen klagt der Lehrer jetzt vor Gericht.
Der Studienrat: "Die Bushaltestelle ist direkt vor dem Gebäude. Wir sehen ein Gefährdungs-Potenzial für unsere Kinder." Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf hatte die Umnutzung der früheren Klinik schon abgelehnt. Begründung: Eine Einrichtung des Maßregelvollzuges passe nicht in ein allgemeines Wohngebiet. Aber der private Betreiber legte Widerspruch ein, bekam jetzt grünes Licht vom Bausenat. [mehr …]
→ Frühere Meldung:
[Bezirk nun gegen Forensik-Wohnheim – 10.10.2007]

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Mitteldeutsche Zeitung, 3. Juni 2008

Magdeburg (ST): Forensische Ambulanz eröffnet

Magdeburg. Draußen vor der Tür intonierte eine kleine Kapelle bewusst Misstöne; wurden Transparente mit der Aufschrift "Keine forensische Ambulanz auf dem Werder" in die Luft gereckt. Drinnen, im etwas herunter gekommenen Gründerzeit-Bau in schönster Magdeburger Wohnlage auf einer Elbinsel, versuchte Justizministerin Angela Kolb (SPD) Bedenken zu zerstreuen: Gegen die erste, Forensa genannte Ambulanz für aus der Haft entlassene Gewalt- und Sexualstraftäter.
Bis zu 40 Betroffene sollen sowohl in der Beratungsstelle, vor allem aber direkt bei sich zu Hause von Bewährungshelfern, Psychiatern und Psychologen betreut werden. "Das Projekt ist uns sehr wichtig, denn es verbessert die Sicherheit der Bürger", sagte Kolb. Genau das bezweifeln allerdings die Anwohner des Werders – sie fürchten vor allem um die Sicherheit ihrer Kinder. Wenn es eine Gefahr geben sollte, dann allerdings schon seit 13 Jahren. Seit dieser Zeit betreute der Soziale Dienst der Justiz bis vor vier Wochen rund 1 000 aus der Haft entlassene Straftäter pro Jahr an gleicher Stelle, darunter zum Schluss auch 17 Sex-Täter. [mehr …]
→ Weitere Artikel:
['… gehen sofort Warnlichter an' – Volksstimme Magdeburg]
[Forensische Ambulanz geöffnet – PR-inside.com, 02.06.]
Frühere Meldung: → [Proteste gegen Ambulanz – 20.05.]

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HalleForum.de, 2. Juni 2008

Halle (ST): Forensische Ambulanz in Halle

Das Land Sachsen-Anhalt will die psychiatrische und soziale Betreuung von entlassenen Strafgefangenen und ehemaligen Patienten des Maßregelvollzugs verbessern. Der Soziale Dienst der Justiz, Psychiater und Psychologen sollen künftig in einer neuen gemeinsamen Forensischen Ambulanz, der "FORENSA", zusammenarbeiten. Die Fachteams werden von Magdeburg und Halle (Saale) aus landesweit Klienten betreuen und diese vorrangig zuhause aufsuchen. Zunächst sollten die Betreuten direkt in zwei Ambulanzen betreut werden. Dagegen waren Anwohner Sturm gelaufen, sie sorgten sich um ihre und die Sicherheit ihrer Kinder. Nun suchen die medizinischen Betreuungspersonen die Patienten direkt Zuhause auf.
Von den beiden Standorten aus sollen jeweils 40 Klienten betreut werden. Der genaue Standort in Halle steht dabei aber noch nicht fest, im Herbst soll hier voraussichtlich eine Entscheidung fallen. [mehr …]

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Mitteldeutsche Zeitung, 20. Mai 2008

Magdeburg (ST): Proteste gegen Ambulanz

Magdeburg/MZ/lö. Am Dienstag setzen Vertreter des Justizministeriums sich mit Anwohnern der Magdeburger Mittelstraße zusammen, um über die in deren Nachbarschaft geplante Forensische Ambulanz zu informieren. "Wir wollen Ängste nehmen und um Verständnis werben", sagt Thomas Wünsch, persönlicher Referent von Justizministerin Angela Kolb (SPD).
Mütter und Väter aus dem Wohngebiet am Magdeburger Werder laufen gegen die Ambulanz Sturm. In der Einrichtung sollen aus der Haft beziehungsweise aus dem Maßregelvollzug entlassene Straftäter psychologisch und sozial betreut werden – vor allem Sexualstraftäter und Gewaltverbrecher. So soll die Zahl von Rückfällen gesenkt, die Bevölkerung besser geschützt werden. "In dieser Nachsorge gab es Defizite", so Wünsch. 2007 war deshalb die Führungsaufsicht reformiert worden. [mehr …]
→ Weitere Artikel:
[Kommentar: Unnötige Überraschung]
[Angst um Kinder: Eltern laufen Sturm – Volksstimme M'burg, 21.05.]
[Eltern schlagen Alarm – Volksstimme Magdeburg, 26.05.]

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Die Presse, 8. Apr. 2008

Wien (A): Kein Präventionsprojekt wie Berlin

WIEN. "Lebenslang für Kinderschänder". Plakative Formulierungen wie diese werden schnell laut, wenn ein Fall von Kindesmissbrauch bekannt wird. Tatsächlich beschränkt sich die Diskussion vor allem auf bereits straffällig Gewordene und wie Kinder vor ihnen geschützt werden können. Nicht gesprochen wird hingegen darüber, wie Missbrauch verhindert werden könnte.
Dabei gibt es immer wieder Männer mit pädophilen Neigungen, die nach Hilfe suchen, um sich gar nicht erst an Kindern zu vergreifen. "Wir haben einige Patienten, die aus eigener Motivation oder wegen Drucks aus ihrem Umfeld nach einer Therapie suchen", sagt Fritz Lackinger, Leiter des Forensisch Therapeutischen Zentrums in Wien. Allein, es fehlt an Mitteln, diese Maßnahme zu propagieren und damit eine größere Öffentlichkeit zu erreichen. [mehr …]

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20minuten.ch, 6. Mär 2008

Rorschach (CH): Präventionsprojekt für Pädophile nun auch in der Schweiz

Während der Nationalrat über strengere Gesetze gegen verurteilte Pädophile debattiert, bilden zwei Männer erstmals Schweizer Psychologen zur Früherkennung von Kinderschändern und als Ausstiegshelfer aus.
Vergangenes Jahr gleiste die Schweizerische Kriminalprävention (SKP) ein Projekt auf, dass es Pädophilen in der Schweiz erleichtern soll, Hilfe zu suchen, bevor sie delinquieren. Ab Herbst dieses Jahres soll im Internet eine Liste mit entsprechend spezialisierten Psychologen und Einrichtungen veröffentlicht werden.
Die zu listenden Anlaufstellen müssen allerdings erst noch auf den Umgang mit den Pädophilen spezialisiert werden. Dafür zuständig sind der St. Galler Kriminologe Karl Weilbach und der Zürcher Sozialpädagoge und Mitbegründer des "Mannebüro" Lu Decurtins. "Die Konzeptionsphase zur Ausbildung ist abgeschlossen. Am 1. September 2008 starten wir mit dem ersten Qualifikationskurs", sagt Karl Weilbach. In acht Kurstagen an der Fachhochschule Rorschach werden zwischen zwölf und 20 Therapeuten, Psychologen und Psychiater für den Erstkontakt mit möglichen Pädophilen geschult. [mehr …]
→ Artikel über das Berliner Projekt:
[Berlin geht Tätern an die Eier – Die Tageszeitung, 9.10.2006]

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net tribune, 7. Dez. 2007

Essen (NW): Forensische Nachsorge wichtig

Essen – Eine intensive ambulante Betreuung kann bei psychisch kranken Straftätern nach der Entlassung aus dem Maßregelvollzug die Gefahr eines Rückfalls verringern. "Der Schritt aus den sehr strukturierten Bedingungen innerhalb des Maßregelvollzugs zur Situation nach der Entlassung ist insbesondere für psychisch kranke Straftäter sehr schwierig", sagt Norbert Leygraf von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Daher sei es wichtig, dass die Betroffenen in dieser Phase auch von Angehörigen unterstützt würden.
Eine therapeutische Nachsorge sollte bereits während der Inhaftierung begonnen werden und über eine lange Zeit, in einigen Fällen lebenslang, beibehalten werden. "Angehörige können dazu beitragen, die oftmals geringe Eigeninitiative der Patienten nach der Entlassung zu überwinden, indem sie mit darauf achten, dass der Betroffene ausreichend therapeutisch betreut wird", erklärt der Professor. Eine forensisch-psychiatrische Nachsorge solle aktiv, strukturierend und kontrollierend ausgestattet sein. [mehr …]

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Westfalenpost, 23. Okt. 2007

Hagen (NW): Wohnheim für Suchtkranke

Hagen-Mitte. In Innenstadtnähe entsteht ein neues Wohn- und Rehazentrum für ehemalige Drogensüchtige. Im Dezember will die AWo mit den Bauarbeiten auf dem Grundstück Volmestraße 38 beginnen. Im September 2008 sollen 22 ehemalige Patienten der Fachklinik Im Deerth einziehen können.
Das Leben im Wohnheim soll den Suchtkranken die Rückkehr in einen normalen Alltag erleichtern. Im Maßregelvollzug der Fachklinik Im Deerth werden Straftäter psychotherapiert, die wegen ihrer Drogensucht keine Haftstrafe antreten können. "Wir bereiten die Patienten in der Klinik langsam wieder auf den Arbeitsprozess vor", erklärt Harry Glaeske, Leiter des Behandlungszentrums Deerth. Nach etwa 14 Monaten Therapie werde in mehrstufigen Auswahlverfahren entschieden, wer bereit ist für ein Leben in einem Wohnheim. Dort können die Patienten ein Jahr lang wohnen. [mehr …]
→ Weiterer Artikel:
[Keine Angst vor Drogen – Westfälische Rundschau]

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WELT ONLINE, 10. Okt. 2007

Berlin: Bezirk nun gegen Forensik-Wohnheim

Das geplante Wohnprojekt für psychisch kranke Straftäter in Lankwitz ist im Haus an der Leonorenstraße 17 nicht zulässig. Zu diesem Fazit kommt das Rechtsamt des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf nach einer Prüfung der Unterlagen des Betreibers, der Gesellschaft für soziales und betreutes Wohnen. "Es gibt planungsrechtliche Gründe, die dagegen sprechen", sagt Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD). Da es sich um Straftäter handle, die in einer Einrichtung des Maßregelvollzugs wohnen und behandelt werden, dürfe das Projekt nicht in einem allgemeinen Wohngebiet entstehen. Für das Projekt müsse der Bebauungsplan geändert werden. Eine Bürgerinitiative hat bisher 9000 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt. [Original]
→ bisherige Berichte über das Nachsorge-Projekt:
Wohnprojekt für Forensik-Patienten – 31.12.2006
Widerstand gegen Forensik-Wohnheim – 17.01.2007
Informationsabend über Wohnprojekt – 24.01.2007
Bürgerinitiative gegen Wohnheim – 19.02.2007
Klage gegen Wohnprojekt angedroht – 17.08.2007

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Kreis Soest, Pressemitteilung, 11. Sept. 2007

Soest (NW): Therapiegruppe für Gewalttäter

Kreis Soest. Ab Oktober wird erstmals im Kreis Soest eine Therapiegruppe für Gewalttäter in der Familie angeboten. Daran erinnert die Kreisverwaltung. Es handelt sich um ein Projekt, das von der Kooperationsrunde gegen häusliche Gewalt des Kreises Soest und des LWL-Zentrums für Forensische Psychiatrie Lippstadt entwickelt wurde. "Ziel ist, weiteren Gewalttaten vorzubeugen, indem Veränderungen beim Täter erreicht werden", erläutert Dr. Bettina Linnhoff, Ärztin für Neurologie und Psychiatrie beim Gesundheitsamt der Kreisverwaltung.
Das verhaltenstherapeutisch orientierte Gruppenangebot ist für sechs bis acht Teilnehmer und umfasst ungefähr 25 Sitzungen. Die Therapiegruppe wird geleitet von Wolfgang Brodd und Andreas Kretschmer, zwei Psychologische Psychotherapeuten des Lippstädter LWL-Zentrums für Forensische Psychiatrie, die über langjährige Erfahrung im Umgang mit zur Gewalttätigkeit neigenden Menschen verfügen. [mehr …]

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PR inside, 31. Aug. 2007

Hamburg: Modellprojekt für Sexualstraftäter

Hamburg (AP) Am (morgigen) Samstag startet Hamburg ein nach eigenen Angaben bundesweit einzigartiges Modellprojekt für minderjährige Sexualstraftäter. "Ziel ist es, durch ein neues interdisziplinäres Eingreifen Minderjährige direkt so zu behandeln, dass erneute Taten unterbleiben", erklärte die Sozialbehörde am Freitag in der Hansestadt. Hierzu werde die Koordination zwischen verschiedenen Behörden und Organisationen sowie die Diagnostik und Behandlung der auffällig gewordenen Kinder und Jugendlichen verbessert.
Ab September melden demnach Polizei, Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen und Opferberatungsstellen den Koordinatoren des Projekts alle Minderjährigen, die verdächtigt werden, eine sexuelle Straftat begangen zu haben. Auch anonyme Hinweise aus der Bevölkerung würden berücksichtigt. Die Jugendlichen werden daraufhin intensiv betreut und erhalten die notwendige pädagogische oder therapeutische Unterstützung, wie es hieß. [mehr …]

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Berliner Zeitung, 17. Aug. 2007

Berlin: Klage gegen Wohnprojekt angedroht

LANKWITZ. Das geplante Wohnprojekt für psychisch kranke Straftäter, das im Herbst in der Leonorenstraße 17 öffnen soll, wird zum Politikum: Die Entscheidung, ob die Einrichtung überhaupt gebaut werden darf, trifft nämlich nicht – wie üblich – das Bauamt von Steglitz-Zehlendorf, sondern das Bezirksamt: der Bezirksbürgermeister und die fünf Stadträte. "Wir wollen das politisch entscheiden", begründet Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) dieses ungewöhnliche Vorgehen. Er ist aber überzeugt, dass das Verfahren mit einer Klage enden wird. "Erteilen wir die Baugenehmigung, klagen die Anwohner", sagt er. Werde die Baugenehmigung versagt, werde sicher der Träger Widerspruch einreichen. "In diesem Jahr wird es keine definitive Entscheidung geben", glaubt Stäglin.
Nach dem Willen des Senats sollen in Lankwitz 45 psychisch kranke Männer und Frauen untergebracht werden, die unter dem Einfluss ihrer Krankheit eine Straftat begangen haben. Derzeit sind sie im Krankenhaus des Maßregelvollzugs in Reinickendorf. Das Wohnheim soll ein Schritt zu ihrer Resozialisierung sein. Anwohner fürchten jedoch, dass die Straftäter eine Gefahr für die Umgebung darstellen. "Wir gehen davon aus, dass eine solche Einrichtung in einem allgemeinen Wohngebiet unzulässig ist", sagt Rechtsanwältin Reni Maltschew, die die Anwohner vertritt. [mehr …]

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Berliner Zeitung, 3. März 2007

Berlin: Weiteres Forensik-Wohnheim geplant

Nicht nur in Lankwitz entsteht zurzeit ein Wohnheim für psychisch kranke Straftäter – auch in Gesundbrunnen im Bezirk Mitte wird eine solche Einrichtung gebaut. An der Wiesenstraße 16 in Wedding in der Nähe des Volksparks Humboldthain sollen ab diesem Sommer 14 psychisch kranke Männer auf ein Leben in Freiheit vorbereitet werden.
Das Haus, das derzeit umgebaut wird, wird von dem gemeinnützigen Träger "Zeitraum" betrieben, der in Wedding bereits zahlreiche Einrichtungen für psychisch Kranke oder Menschen mit HIV führt. Wie der Berliner Landesbeauftragte für Psychiatrie, Heinrich Beuscher, am Freitag erklärte, werden die 14 Bewohner in separaten Wohnungen auf zwei Etagen leben, tagsüber bleibe das Haus offen, nachts werde es abgeschlossen. Die Männer, die unter dem Einfluss ihrer Erkrankung Straftaten verübt haben und deshalb als schuldunfähig eingestuft wurden, sind derzeit im Krankenhaus des Maßregelvollzugs untergebracht. Sie dürfen die Klinik allerdings bereits in Begleitung verlassen, auf ausgewählten Touren sogar allein. [mehr …]
→ Weiterer Artikel:
[Kommentar: Öffentlichkeit sorgt für Vertrauen]

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Die Zeit online, 2. März 2007

Interview: Therapie bei Sexualstraftätern

Der neunjährige Mitja wurde von einem mehrfach verurteilten Sexualstraftäter ermordet. Nun flammt die Diskussion wieder auf: Lassen sich solche Menschen überhaupt therapieren? Ein Gespräch mit dem Forensiker Dieter Seifert (Oberarzt und Privat-Dozent für Forensische Psychiatrie an der Universität Duisburg-Essen)
Die ZEIT online: Der mutmaßliche Täter des neunjährigen Mitja ist gefasst. Da er zwischen 1981 und 1998 fünf Mal wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden war, stellt mancher wieder die Frage, ob solche Täter überhaupt therapierbar sind oder ob man sie dauerhaft wegsperren sollte.
Dieter Seifert: Es gab rechtlich keine andere Handhabe, als diesen Mann jeweils wieder freizulassen. Er hatte seine Strafen abgesessen. Das Problem für viele ist aber, wie es Altkanzler Schröder einmal formulierte: Können wir uns erlauben, solche Menschen wieder in Freiheit zu setzen? Die Rückfallrate bei Sexualstraftätern liegt zwischen 10 und 20 Prozent. Sie sind demzufolge längst nicht so hoch, wie allgemein angenommen. [mehr …]

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Berliner Zeitung, 19. Feb. 2007

Berlin: Bürgerinitiative gegen Wohnheim

LANKWITZ. Die Bürgerinitiative, die sich gegen ein Wohnheim für psychisch kranke Straftäter an der Leonorenstraße in Lankwitz zur Wehr setzt, hat Vorwürfe zurückgewiesen, Vorbehalte gegen psychisch kranke Menschen zu haben. "Die Behandlung von psychisch kranken Straftätern ist immens wichtig", sagte die Sprecherin der Bürgerinitiative Kathrin Brandenburg gestern. Problematisch sei nicht das Wohnheim an sich, sondern dass der Bau so lange geheim gehalten wurde.
An der Leonorenstraße 17 sollen ab Herbst 45 psychisch kranke Straftäter auf ein eigenständiges Leben in Freiheit vorbereitet werden. Bereits Anfang 2006 war der Bezirk darüber informiert, aber um Stillschweigen gebeten worden. Öffentlich wurden die Pläne erst im November 2006 – auf einer Fachtagung. Nach Angaben des Krankenhauses des Maßregelvollzugs, in dem die Männer und Frauen derzeit untergebracht sind, geht von ihnen keine Gefahr für die Nachbarschaft aus. Sie würden bereits seit Jahren erfolgreich behandelt. [mehr …]
→ Weiterer Artikel:
[Bezirk sollte Projekt geheim halten – 23.02.]

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Berliner Zeitung, 24. Jan. 2007

Berlin: Informationsabend über Wohnprojekt

Ein Jahr war das Vorhaben bekannt, doch die Anwohner erfuhren davon erst vor kurzem aus der Zeitung: An der Leonorenstraße 17 in Lankwitz entsteht bis Oktober ein Wohnheim für psychisch kranke Straftäter. Diese Ankündigung hatte in der Nachbarschaft für Unruhe gesorgt: Anwohner befürchten, dass von den Patienten Gefahr vor allem für die Kinder in der Gegend ausgehen könnte. Nun reagieren der Träger des Wohnheims und die zuständigen Behörden auf die Sorgen der Lankwitzer. An diesem Donnerstag werden die Anwohner über das Vorhaben informiert. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf, der vom Senat bezüglich des Wohnheims um Stillschweigen gebeten worden war, kündigte "umfassende und detaillierte" Informationen an. [mehr …]
→ Weitere Artikel:
[Straftäter-Heim: Amt klärt auf – Der Tagesspiegel, 25.01.]
[Bürgerbegehren gegen Wohnprojekt – Berliner Zeitung, 27.01.]
["Wolf in der Schafsherde" – Der Tagesspiegel, 27.01.]

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Der Tagesspiegel, 17. Jan. 2007

Berlin: Widerstand gegen Forensik-Wohnheim

Gegen das in Lankwitz geplante Wohnprojekt für psychisch kranke Straftäter formiert sich Widerstand. Verunsicherte Nachbarn wollen mit einer Bürgerinitiative das Projekt an der Leonorenstraße 45 zu Fall bringen. Auch die CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf will es verhindern. CDU und FDP haben das Thema auf die Tagesordnung der heute stattfindenden BVV-Sitzung gesetzt.
Hauptkritikpunkt ist die mangelhafte Information der Anwohner. Erst aus dem Tagesspiegel habe man von dem Projekt des Krankenhauses des Maßregelvollzuges (KMV) erfahren, sagt der Lankwitzer CDU-Ortsverbandschef Oliver Friederici. Auch die seit November neu besetzte Bezirksamtsspitze gibt sich überrascht von dem Vorhaben. Sie bitte um Geduld, bis sie sich in das Thema eingearbeitet habe, sagt die zuständige Gesundheitsstadträtin Barbara Loth (SPD). Eines aber sei bereits jetzt Konsens im Bezirksamt: Ab sofort werde man die Öffentlichkeit besser informieren. [mehr …]
→ Weitere Artikel:
[Anwohner gegen Wohnprojekt – Die Welt, 18.01.]
[Aufregung um Wohnprojekt – Der Tagesspiegel, 19.01.]
[Verwaltung ließ Anwohner ahnungslos – Berliner Zeitung, 20.01.]

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Der Tagesspiegel, 31. Dez. 2006

Berlin: Wohnprojekt für Forensik-Patienten

In Lankwitz soll Berlins größtes Wohnprojekt für psychisch kranke Straftäter entstehen. Die Umbauarbeiten des Gebäudes an der Leonorenstraße, das 45 Patienten Platz bieten wird, haben bereits begonnen. "Im Spätsommer 2007 können die erste Bewohner hier einziehen", sagt Rolf Bayerl, ärztlicher Leiter des Krankenhauses des Maßregelvollzuges (KMV) Berlin, dem Tagesspiegel. Das Projekt sei bereits seit geraumer Zeit in enger Abstimmung mit der Senatsgesundheitsverwaltung und dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf vorbereitet worden – in aller Stille. Die Anwohner wurden bisher nicht informiert. "Hätten wir die Öffentlichkeit von Anfang an mit einbezogen, hätten wir das Projekt sofort einstampfen können", sagt Bayerl. Ein ähnliches Heim, das im Brandenburgischen Velten entstehen sollte, sei am Widerstand der Nachbarn gescheitert. Nun plant Bayerl, in Lankwitz einen Beirat der interessierten Öffentlichkeit einzuberufen. [mehr …]
→ Weiterer Artikel:
[Wohnprojekt für Straftäter geplant – Die Welt, 02.01.07]

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Tagesanzeiger, 13. Nov. 2006

Frauenfeld (CH): Therapie für junge Sexualstraftäter

Erstmals sollen in der Schweiz ab Ende November junge Sexualstraftäter eine Gruppentherapie besuchen. Durchgeführt wird diese am forensischen Institut Ostschweiz in Frauenfeld. Mit dem Angebot wird eine grosse Lücke geschlossen.
Die erste Therapiestunde wird Ende November 2006 am forensischen Institut Ostschweiz (Forio) stattfinden, wie Monika Egli-Alge auf Anfrage sagte.
Fünf Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 14 Jahren werden die Therapie besuchen müssen. "Die Treffen finden mit Ausnahme der Schulferien einmal pro Woche statt und dauern jeweils 75 Minuten. Insgesamt rechnen wir damit, dass zwischen 60 und 80 Sitzungen nötig sein werden", führte Egli-Alge aus. [mehr …]
→ gleichlautend: [Nachrichten.ch, 13.11.]

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Die Tageszeitung, Berlin, 9. Okt. 2006

Berlin: Vorreiter bei Sexualstraftätertherapie

Berlin ist auf dem besten Weg, sich zum Vorreiter bei der Therapie von Sexualstraftätern zu entwickeln. Die vor einem Jahr in Tegel gegen heftige Widerstände der Bevölkerung in Betrieb gegangene Nachsorgeambulanz für entlassene Sexual- und Gewalttäter arbeitet mit großem Erfolg. Das vom Charité-Institut für Sexualmedizin initiierte Projekt zur Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch macht sogar weit über Deutschland hinaus positive Schlagzeilen.
Es ist stets das gleiche Ritual: Wenn Kinder und Jugendliche Opfer von Sexualstraftätern werden, ist das Entsetzen groß. Wie auf Knopfdruck wird der Ruf nach strengeren Strafen laut. Es scheint nur ein "Danach" zu geben, aber kaum ein "Davor" zum Zweck der Strafvereitelung, klagen Fachleute. "Selbst niedergelassene Therapeuten waren bis vor wenigen Jahren der Meinung, da können wir nichts machen", sagt Psychotherapeut Jürgen Lemke. [mehr …]

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Volksstimme Magdeburg, Osterburg, 21. Juli 2006

Stendal (ST): PSAG mit Arbeitskreis Forensik

Stendal. Die Versorgung psychisch kranker, suchtkranker sowie seelisch und geistig behinderter Menschen ist ihr Fachgebiet. Die Verbesserung der medizinischen Versorgung dieser Menschen ihr gemeinsames Ziel. An dessen Verwirklichung arbeiten die 66 Vertreter aus Einrichtungen und Verbänden seit Mittwoch in der wieder gegründeten Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft. […]
Das Spektrum psychischer Erkrankungen und Behinderungen ist so breit, dass es nach Spezialisierung verlangt. Folgerichtig bildeten die frisch gebackenen PSAG-Mitglieder sechs Facharbeitskreise. Sie arbeiten auf den Gebieten Kinder- und Jugendpsychiatrie, Sucht, chronisch psychisch Kranke, geistig Behinderte, Alterspsychiatrie sowie auf dem Fachgebiet Forensik (befasst sich mit psychisch kranken Straftätern). [mehr …]

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Welt am Sonntag, 2. Apr. 2006

NRW: Keine Nachsorgeambulanzen?

Wird in NRW alles getan, um Bürger vor rückfallgefährdeten Straftätern zu schützen? Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) bezweifelte dies letzte Woche. Da forderte sie ausnahmslos alle Bundesländer auf, ein Netz von Nachsorge-Ambulanzen zu schaffen. Dort sollten Ex-Patienten aus dem psychiatrischen Maßregelvollzug und Ex-Häftlinge aus anderen Anstalten psychiatrisch und sozialtherapeutisch nachbetreut und kontrolliert werden.
Doch nun erteilt die nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) diesen Plänen eine Abfuhr. Der "Welt am Sonntag" sagte sie, "ein flächendeckendes Netz forensischer Ambulanzen" bringe "keinen Zuwachs an Sicherheit für die Bürger". Für Sicherheit sorge statt dessen die "umfassende und ausgeprägte Vorbereitung auf die Haftentlassung" in den Anstalten. Die werde durch die vielen Haftplätze im offenen Vollzug, durch ein breites Ausbildungsangebot für Ex-Häftlinge und "das gestaffelte System von Vollzugslockerungen" gewährleistet. [mehr …]

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Die Welt, 22. März 2006

Berlin: Nachsorgeambulanz eröffnet

Fast genau vor einem Jahr formierte sich massiver Widerstand gegen die Eröffnung einer Ambulanz für Sexual- und Gewaltstraftäter in der Justizvollzugsanstalt Tegel an der Seidelstraße. Die Anwohner, aber vor allem Eltern von sieben Kindertagesstätten und zwei Grundschulen in der näheren Umgebung befürchteten, daß die Klienten dieser Therapieeinrichtung wieder rückfällig werden und sich rund um die Seidelstraße sowie in Tegel neue Opfer suchen könnten.
Trotz massiver Proteste der Anwohner blieben die Senatsverwaltungen für Gesundheit und Justiz bei ihrer Entscheidung. Die für Anfang des Jahres 2005 geplante Eröffnung der Straftäterambulanz verzögerte sich jedoch bis in den Herbst vergangenen Jahres. [mehr …]

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pressrelations.de, 20. März 2006

Berlin: Gesetzentwurf zur Führungsaufsicht

Das Bundesjustizministerium bereitet die Beschlussfassung des Kabinetts zur Reform der Führungsaufsicht vor. Die Führungsaufsicht dient der Überwachung und Betreuung von Verurteilten, die ihre Strafe voll verbüßt haben oder aus einer Klinik für psychisch oder suchtkranke Straftäter entlassen wurden. Als Mittel der nachsorgenden und wiedereingliedernden Kontrolle entlassener Straftäter ist sie zur Gewährleistung der Sicherheit der Bevölkerung unverzichtbar.
'Wir wollen die Führungsaufsicht noch wirksamer im Kampf gegen Rückfallkriminalität einsetzen. Diese Reform soll eine straffere und effizientere Kontrolle der Lebensführung von Straftätern vor allem in den ersten Jahren nach ihrer Entlassung in Freiheit ermöglichen. Weiteres Ziel ist eine Vereinfachung und Vereinheitlichung der rechtlichen Regelungen der Führungsaufsicht', sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. [mehr …]
→ Weitere Artikel:
[Reform der Führungsaufsicht – Deutsches Ärzteblatt, 23.3.]
[Kabinett verabschiedet Gesetzentwurf – Bundesregierung.de, 6.4.]
[Kabinett verabschiedet Gesetzentwurf – Hamburger Abendblatt, 6.4.]

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Neues Volksblatt, 21. Dez. 2005

Linz (A): Erfolgreiche Arbeit der forensischen Ambulanz

LINZ – Ein Kind wird misshandelt, der Täter kommt hinter Gitter, das Leid ist groß. So wie im Fall der Steyrer Mutter, die ihr Kind verhungern ließ. Mit der Urteilsverkündung ist die Sache aber noch lange nicht vorbei, ganz im Gegenteil. Für die Beschäftigten des forensischpsychiatrischen Dienstes beginnt hier erst die Arbeit: Denn sie behandeln psychisch kranke Rechtsbrecher.
"Oberösterreich nimmt bei der Versorgung eine Vorreiterrolle ein", erklärt Adelheid Kastner, Primaria der forensischen Abteilung im Wagner-Jauregg-Krankenhaus Linz, "denn hier ist sie nahezu flächendeckend." Möglich ist das, weil sich seit der Eröffnung der forensischen Ambulanz in Linz im Jahr 1999 auf diesem Gebiet einiges getan hat: In Wels gibt es seit 2002 eine eigene Sonderkrankenanstalt für psychisch kranke Untersuchungshäftlinge und im November wurde in Linz eine Station mit 40 Betten eröffnet. Die Patienten kennen ihre Betreuer – und umgekehrt. Das garantiert, dass das Behandlungskonzept greift: Sollte einer einmal nicht zur Behandlung kommen, fiele das auf. "Durch die Behandlung wird die Möglichkeit der Rückfälligkeit um mehr als die Hälfte reduziert. Es ist erwiesen, dass die Gefährlichkeit abnimmt", erklärt Kastner.
Die Anzahl der Rechtsbrecher, die zur Tatzeit aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig sind, steige jedenfalls an. "Im abgelaufenen Jahr hatten wir in Oberösterreich 1700 Behandlungseinheiten", so die Fachfrau. Zu 70 Prozent leiden die Täter an Schizophrenie. Gefährliche Drohungen und Körperverletzungen stehen am häufigsten in der Anklage. Gut 95 Prozent der Täter sind männlich.
"Mehr Behandlung bedeutet mehr Sicherheit!", betont Kastner den Stellenwert dieser Arbeit und erklärt: "Das ist kein Service für den Häftling, sondern vielmehr für die Allgemeinheit. Es ist ja nicht so, dass die Leute unbedingt gerne zur Behandlung gehen, weil das so angenehm ist", so die Primaria. [Quelle nicht mehr verfügbar]

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Salzburger Nachrichten, 7. Dez. 2005

Salzburg (A): Ungeklärte Nachsorgefinanzierung

Salzburg (SN). Ein Pinzgauer wird nach einer Sachbeschädigung in einem Geschäft in die Sonderstation für Forensische Psychiatrie an der Christian-Doppler-Klinik eingeliefert. Mehrere Monate wird der psychisch kranke Mann in der geschlossenen Anstalt intensiv behandelt.
Weil sich sein Zustand bessert, empfiehlt der Gutachter die Entlassung. Eine der Auflagen: Der Patient muss von einem Sozialarbeiter des Mobilen Hilfsdienstes (Mohi) nachbetreut werden. Der Richter stimmt zu. Doch dann stellt sich heraus, dass das Justizministerium die Finanzierung der Nachbetreuung verweigert.
Fälle wie dieser sorgen derzeit in Salzburg für Aufregung. Es komme immer öfter vor, dass psychisch kranke Straftäter entlassen würden, ohne dass für ihre Nachbetreuung gesorgt werde, kritisiert Sigrid Steffen vom Verein "Angehörige helfen Angehörigen". Es sei "erschütternd", dass das Justizministerium Patienten "fahrlässig" unbetreut lasse. "Die Menschen brauchen Hilfe, damit sie wieder Fuß fassen können in der Gesellschaft", sagt Steffen. [mehr …]

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Volksstimme Magdeburg, 25. Okt. 2005

Uchtspringe (ST): Fachtagung über Nachsorge

Dass Täter, die aus dem Maßregelvollzug kommen, nie wieder straffällig werden, dafür kann niemand garantieren. Dasselbe gilt allerdings auch für gesunde Täter. "Etwa jeder zweite erwachsene Ex-Häftling kommt wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Bei Jugendlichen sind es sogar rund 80 Prozent", sagte Dr. Roland Freese, Ärztlicher Direktor des Maßregelvollzugs Rheinblick (Hessen), bei der Forensischen Fachtagung in Uchtspringe.
Bei entlassenen Tätern aus der geschlossenen Psychiatrie – und das sei vielen Menschen nicht bekannt – ist die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls viel geringer. "Er liegt bei 8,2 Prozent", so Freese. "Allerdings nur dann", schränkt er ein, "wenn es eine ausreichende Nachsorge für die Entlassenen gibt." Anderenfalls liege der Prozentsatz fünfmal höher. Etwa ebenso hoch wie bei Haftentlassenen. [Quelle nicht mehr verfügbar]

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Leipziger Volkszeitung / Borna-Geithainer Zeitung, 19. Juli 2005

Oelzschau (SN): Kooperation des Tierheims mit der Forensik

Oelzschau. Er wurde wegen versuchten Mordes zu vier Jahren Haft verurteilt und sitzt in Leipzig ein: der 34-jährige Mike Holzweißig. Derzeit unterzieht sich der Straftäter und Patient der Forensischen Psychiatrie im Tierheim Oelzschau einer Arbeitstherapie.
Der 1,85 Meter große und 92 Kilogramm schwere Mann arbeitet seit Mai fast täglich bei den Hunden, Katzen und Kaninchen. Das gehört zu einer Arbeitstherapie, die der 34-jährige Patient im Espenhainer Ortsteil Oelzschau absolviert. Seit drei Jahren kooperieren das dortige Tierheim und der Maßregelvollzug in Leipzig (Dösen), also die Forensische Psychiatrie unter dem Dach des Städtischen Klinikums "St. Georg". Dort sind drogen- oder alkoholabhängige Straftäter eingesperrt. [mehr …]

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Volksstimme Magdeburg, 1. Juni 2005

Bernburg (ST): Tagung fordert mehr Nachsorge

Die Nachsorge für Straftäter, die aus dem Maßregelvollzug entlassen werden, ist in Sachsen-Anhalt unzureichend. Dadurch steigt die Rückfallgefahr. Dieser Meinung sind Ärzte, Therapeuten und andere Experten, die sich mit kranken Straftätern befassen. Experten fordern ein Nachsorgesystem mit mindestens drei Einrichtungen im Land.
Bei einem 35-Jährigen ist es wieder soweit: Die alten Kumpels machen sich in seiner Wohnung breit, die Schnapsflasche kreist, das Konto ist erneut gesperrt.
Der Hallenser, der im permanenten Alkoholrausch einen Diebstahl nach dem anderen begangen hatte, war therapiert und mit guter Wiedereingliederungsprognose aus dem Bernburger Maßregelvollzug – dem "Knast" für kranke Straftäter – entlassen worden. Wie alle, die in Sachsen-Anhalt aus den Landeskrankenhäusern für Forensische Psychiatrie in Uchtspringe oder Bernburg kommen, jedoch ohne Möglichkeit einer regulären Ambulanz danach. [mehr …]

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Leipziger Volkszeitung, 29. Mai 2005

Leipzig: Halboffene Forensik-Station eröffnet

Sozialministerin Helma Orosz wird heute das Haus E der Dösener Klinik für Forensische Psychiatrie des Städtischen Klinikums "St. Georg" übergeben. Es wurde für knapp 1,3 Millionen Euro umgebaut und denkmalschutzgerecht saniert. Fortan beherbergt es eine halboffene Station für Patienten des Maßregelvollzuges, deren Therapie erfolgreich fortgeschritten ist und die vor ihrer Wiedereingliederung in die Gesellschaft stehen.
Sie müssen den wesentlichen Teil der Behandlung absolviert und sich in ersten Ausgängen bewährt haben, hieß es. Untergebracht sind die Betreffenden nach dem Prinzip der Wohngemeinschaft, in der sie auch weiterhin sozial- und psychotherapeutisch betreut werden. Gleichzeitig gewährleiste die Nähe der halboffenen Station zum gesicherten Klinikbereich "das notwendige Maß an Aufsicht und Kontrolle" und ermögliche "im Krisenfall die unkomplizierte Rücknahme von Patienten" in diese Räume. [mehr …]

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Die Tageszeitung, Hamburg, 7. Apr. 2005

Hamburg: AG fordert mehr ambulante Nachsorge

Als sich Silvester für den "Kunstschänder" Hans-Joachim B. nach 16 Jahren die Pforte der geschlossenen Psychiatrie des Allgemeinen Krankenhauses Ochsenzoll (AKO) öffnete, wurde er nur bedingt in Freiheit entlassen. Regelmäßig muss der 66-Jährige sich bei seinen Therapeuten melden, und kommt er nicht zu ihnen, dann kommen sie zu ihm. Denn Hans-Joachim B. befindet sich in ambulanter Nachsorge, die es für psychisch kranke Straftäter in dieser Form in Hamburg erst seit April vorigen Jahres gibt.
Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge müssten viele Patienten bei intensiver ambulanter Betreuung gar nicht erst in die Klinik – oder nur sehr viel kürzer als zurzeit. Darauf wies gestern der leitende Arzt des Maßregelvollzuges im AKO, Guntram Knecht, auf einer Hintergrundveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der forensischen Kliniken Norddeutschlands hin. [mehr …]

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Berliner Morgenpost, 11. März 2005

Berlin: Täter-Ambulanz dient der Sicherheit

In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Tegel soll eine Ambulanz für Sexualstraftäter eingerichtet werden. Reinickendorfer Eltern und die CDU laufen dagegen Sturm. Stefan Schulz sprach darüber mit Justizsenatorin Karin Schubert (SPD).
Berliner Morgenpost: Frau Schubert, ist der Standort für die Ambulanz für Sexualstraftäter in der JVA Tegel wirklich der beste Standort in der Stadt?
Karin Schubert: Wir werden im April dieses Jahres gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Gesundheit eine ambulante Betreuungs- und Therapieeinrichtung in Betrieb nehmen. Wir haben verschiedene Standorte geprüft. Ausschlaggebend war das Kriterium, an welchem Standort man mit den vorhandenen Mitteln die meisten Personen fachgerecht betreuen kann. Am besten waren die Räume bei der JVA Tegel geeignet, weil dort bereits die sozialtherapeutische Anstalt mit den entsprechenden Fachleuten untergebracht ist. Dort wurde ein Teil der Täter bereits während ihrer Haft therapiert, so ist eine gute und enge Zusammenarbeit der bisherigen und neuen Therapeuten möglich. Das Gebäude dort gehört dem Land Berlin, so daß dadurch auch weitere Kosten gespart werden. [mehr …]
weitere Berichte in der Berliner Morgenpost:
[Bezirksverordnete gegen Ambulanz …], [Senatorinnen wollen mit Eltern sprechen …], [Starke Kontrolle und Therapie …]

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Die Welt, Berlin, 8. März 2005

Berlin: Eltern gegen Straftäter-Ambulanz

Berlin – Mit einer Nachsorgeambulanz will die Senatsjustizverwaltung Sexual- und Gewaltverbrechern helfen, nicht rückfällig zu werden. Eröffnung ist in drei Wochen in der Justizvollzugsanstalt Tegel an der Seidelstraße.
Vier Psychologen sollen dort bis zu 40 Straftäter nach deren Haftentlassung betreuen. Inzwischen wächst der Protest der Anwohner rund um die Vollzugsanstalt. Eltern haben Angst, daß ihren Kindern etwas passiert. Zwischen Tegeler See und Seidelstraße gibt es fünf Kindertagestätten und zwei Grundschulen. "Wir sind die Versuchskaninchen", empört sich Familienvater Andreas Tegethoff. "Auch wenn es nur einen Rückfall geben sollte, ist das einer zuviel." Claudia Schirocki, Mutter von zwei Kindern, hat Angst: "Ich kann meine Kinder dann nicht mehr allein auf die Straße oder zum Spielplatz schicken." Britta Tasdelen befürchtet, "daß Kinder, aber auch Frauen von den Straftätern angesprochen werden." [mehr …]
weitere Berichte in der [Welt, Berlin]
sowie in der Berliner Morgenpost: ["Dieser Standort ist nicht geeignet" …], [Justiz-Staatssekretär Flügge verteidigt …], [Ambulanz für Verbrecher …], [CDU fordert neuen Standort …]

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Ev. Kirche im Rheinland, 23. Feb. 2005

Ev. Kirche: Zu wenig Akzeptanz für Forensik

Mit der »mangelnden öffentlichen Akzeptanz« forensischer Kliniken hat sich der Direktor des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Uwe Becker, auseinander gesetzt.
Bei dem internen Symposion »Forensik — eine Herausforderung für Kirche und Diakonie« erklärte Becker, das »labile Akzeptanzklima« lasse sich nicht abtun. Zwar gebe es einen erschreckenden Grad an Uninformiertheit und vor allem Angst. Hinzu komme gelegentlich fehlende Sensibilität bei behördlichen Entscheidungen, so der Diakonie-Direktor.
Andererseits: Die Überbelegung in manchen forensischen Kliniken erfordere einen Ausbau forensischer Einrichtungen. Schließlich sei sie weder den Patienten noch dem Fachpersonal zumutbar. [mehr …]

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Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Herne, 20. Nov. 2004

Herne: Veranstaltung zu forensischer Nachsorge

Unerwartet groß war das Echo auf die Veranstaltung "Gemeindenahe forensische Nachsorge", zu der der Arbeitskreis Forensik in das Kulturzentrum eingeladen hatte.
Spielte sich bisher die Betreuung und Begleitung eines aus dem Maßregelvollzug Beurlaubten oder Entlassenen eher in einer "Grauzone" ab, so ist die Nachsorge mit der Novellierung des Maßregelvollzugsgesetzes seit 1999 Bestandteil eben dieses Gesetzes — und ist nun auch für die Dauer von fünf Jahren finanziell gesichert. "Die Nachsorge wird in der Entlassungsverhandlung als Bewährungsauflage festgelegt", erklärte Michael Winkelkötter vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe bei einem Pressegespräch.

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