Fachleute begleiten Entlassene fünf Jahre langPraktiker berichtet über das Dürener Modell — Engmaschige Betreuung wirkt Rückfallgefahr entgegenWAZ v. 20.11.2004 Unerwartet groß war das Echo auf die Veranstaltung »Gemeindenahe forensische Nachsorge«, zu der der Arbeitskreis Forensik in das Kulturzentrum eingeladen hatte. Spielte sich bisher die Betreuung und Begleitung eines aus dem Maßregelvollzug Beurlaubten oder Entlassenen eher in einer »Grauzone« ab, so ist die Nachsorge mit der Novellierung des Maßregelvollzugsgesetzes seit 1999 Bestandteil eben dieses Gesetzes — und ist nun auch für die Dauer von fünf Jahren finanziell gesichert. »Die Nachsorge wird in der Entlassungsverhandlung als Bewährungsauflage festgelegt«, erklärte Michael Winkelkötter vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe bei einem Pressegespräch. Ein Modell für eine engmaschige Nachbetreuung wird seit sechs Jahren in der Forensischen Klinik Düren mit der Rehabilitationsabteilung praktiziert. In einem separaten Gebäude auf dem Klinikgelände leben acht beurlaubte oder entlassene Patienten, die unter Führungsaufsicht stehen, wie in einer Wohngruppe zusammen — jeder mit eigenem Schlüssel für das Gebäude. »Gerade die Übergangsphase — von der geschlossenen Station in die Gemeinde — ist mit großen Unsicherheiten verbunden. Wenn es zu Rückfällen kommt, dann meistens in dieser Phase«, sagt Georg Bode, der die Reha-Abteilung leitet. Ein neunköpfiges Team begleite die Patienten deshalb während dieser Zeit. »Es funktioniert«, sagt Bode. Bislang habe es keine Rückfälle gegeben. Einziger Zwischenfall: »Einmal ist einer betrunken Moped gefahren.« Außerhalb der Klinik arbeitet die Reha-Abteilung mit verschiedenen Einrichtungen zusammen, die sich für die Integration der ehemaligen Patienten des Maßregelvollzugs einsetzen. Das sind sozial-psychiatrische Vereine ebenso wie Behindertenwerkstätten, heilpädagogische Heime, Wohlfahrtsverbände und kirchliche Einrichtungen. An diesem Punkt setzt die Arbeit von Silke Penning ein, die als Mitarbeiterin des landesweit agierenden Modellprojekts »Stützpunkt Nachsorge« dafür sorgt, dass sich diese Einrichtungen untereinander vernetzen und die Mitarbeiter für die Arbeit mit dem speziellen Klientel qualifiziert werden. Bereits jetzt habe der Planungsbeirat der neuen Forensik in Dortmund sie gebeten, Kontakt mit möglichen Kooperationspartnern aufzunehmen. »Auch in Herne wird jetzt schon Nachsorge betrieben«, erklärt Klaus Marquardt, Sprecher des Arbeitskreises Forensik. »Es wird nur nicht zugegeben.« Angst vor Ablehnung sei häufig der Grund dafür. Auch deshalb sei die Vernetzung wichtig: »Vereine und Verbände stehen dann nicht mehr alleine da.« Hei |
||||||
| Programm | ||||||